Was ich will, weiß ich nicht, aber was ich nicht will, das weiß ich ganz genau:
einen festen Platz im Hamsterrad
ein Leben für den Lebenslauf
unbezahlte Praktika
abhängig sein - weder von Muttern, noch vom Hamsterrad oder von Männern, Geld oder Drogen
eure Erwartungen erfüllen müssen
nach oben buckeln, nach unten treten
mich asozial verhalten wegen der Karriere oder der "natürlichen Selektion" oder wie ihr es nennt
von Banken und Konzernen regiert werden (eigentlich möchte ich gar nicht regiert werden)
nicht machen können, was ich gerade jetzt will
keine Möglichkeit haben, meinen Horizont zu erweitern
eingesperrt sein
"Hausfrau und Mutter" werden
mich mit meiner Lücke in der Gesellschaft zufrieden geben
ein Reihenhaus, 1,4 Kinder und einen hochbegabten Bordercollie als ultimatives Lebensziel
einmal im Jahr All-inklusive nach Palma de Mallorca oder in die Türkei
Tiere essen
weiterhin Mitglied einer Kirche sein
Dinge nicht getan haben, die ich gerne getan hätte,
Steppwesten, kleine Rucksäcke und eine praktische Kurzhaarfrisur tragen
mich über das Land, in dem ich eher zufällig geboren wurde, identifizieren
mich auf meinen Körper reduzieren lassen
"Luxusartikel" kaufen, die ich nicht brauche
keine Zeit für mich und keinen Raum für eigene Gedanken haben.
...
Naja. Passt schon.
Oh, was ist denn das?
Grübeleien, bunte Bilder, Musik, Meinungsmache und, achja, Grübeleien.
Freitag, 2. März 2012
Freitag, 17. Februar 2012
Freitagabendbeat
Als Einstieg in ein gleichzeitig erlebnisreiches und entspannendes Wochenende empfiehlt das Grübelkabinett heute eine Band, die aufwühlenden Nintendo-(oder so)Core mit Texten macht, die man ohne ein gewisses Hintergrundwissen oftmals wohl nicht auf Anhieb versteht, die dann aber um so witziger sind, wenn man sie eben versteht. Alle anderen können sich aber immer noch an der Musik oder dem schönen Plattencover erfreuen :). Nun gut, hier sind sie: Antitainment.
Dienstag, 14. Februar 2012
Eine kleine Liebeserklärung an freie Software
Heute ist Valentinstag, was ich normalerweise ignoriere, weil ich auf diese klebrige Mischung aus Kapitalismus und Kitsch einfach nicht so stehe. Heute hat mich Heise.de aber darauf aufmerksam gemacht, dass "I-Love-Free-Software-Day" ist. Da hingegen ziehe ich gerne mit. Meine Informatikkenntnisse sind (noch!) eher rudimentär, aber das Softwaremonopol von Microsoft&co. untergrabe ich gerne mit. Aus Liebe zur Freiheit fordere ich deswegen freie Softwareliebe für alle und klebe mir dafür dieses nette Herz da rechts auf meinen Blog. Und jetzt gehe ich ganz romantisch zu meinem Rendezvous mit den beiden einzigen Klausuren dieses Semesters, die genau heute meine Aufmerksamkeit und Zuneigung verlangen. Wissen die nicht, dass der Valentinstag so überflüssig ist wie ein Loch im Kopf?
Sonntag, 29. Januar 2012
aus gegebenem Anlass:
Über den Mädchenmannschaft-Selbermachsonntag bzw diesen Artikel Beitrag auf diesem interessanten Blog bin ich auf einen Song gestoßen, der mittlerweile über ein Jahrzehnt alt ist, der aber angesichts von 13 Jahre "unentdecktem" Naziterror und dessen mehr als fragwürdiger Aufklärung und mich sowieso traurig machendem Alltagsrassismus nach wie vor von höchster Aktualität ist:
Lieber Verfassungsschutz, mach doch bitte entweder dein rechtes Auge auf oder deinen Laden dicht. Im Grunde braucht dich doch eh niemand. Und falls du mich beobachten willst, ich habe dieses Formular bereits ausgedruckt.
Montag, 16. Januar 2012
Grübelkabinett proudly presents... mein Bild von der Welt
| (zur Überschrift passendes Bild: check.) |
Neulich kam in meinem Umfeld die Frage auf, wie denn unser Weltbild so aussehe. Eine einfach gestellte, aber in ihrer Beantwortung umso komplexere Frage. Weltbild, was soll das denn überhaupt heißen? Wikipedia erklärt den Begriff mit „das in einen Zusammenhang gebrachte Wissen von der Welt als Ganzes“.
Wissen von der Welt? Was weiß man denn mit Anfang zwanzig schon von der Welt. Ich würde „Weltbild“ eher als das bezeichnen, was man an von der Welt zu wissen glaubt. Oder was man nicht weiß, aber glauben möchte. Was man von der Welt erwartet oder sich wünscht. Kurz gesagt, das eigene Weltbild ist nichts weiter als die Vorstellung von der Welt, in der man lebt.
Nutzen wir doch die Gelegenheit, sich das eigene Weltbild einmal vor Augen zu führen.
Ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt, der die Erde erschaffen hat, geschweige denn, dass es einen Gott gibt, der seitdem auch noch auf seine Schäfchen acht gibt. Anders als Nietzsche erkläre ich Gott hiermit nicht für tot, sondern für nicht existent. Und damit für meine Welt auch nicht relevant.
Ich mag zwar keine Affen, kann mich aber mit der Tatsache, dass wir Menschen von ihnen abstammen, durchaus anfreunden. Und dass alles Leben auf dieser Erde aus kleinen, fidelen Einzellern entstanden ist, gefällt mir sogar ziemlich gut. Das passt in gewisser Weise auch zu meiner Abneigung gegen sämtliche anthropozentrische Weltanschauungen. Der Mensch ist, entgegen weitläufig verbreiteter Positionen, mitnichten der Mittelpunkt der Welt, geschweige denn, dass er die Krönung irgendeiner Schöpfung sei. Das soll nicht heißen, dass ich die – sagt man das so? - Zivilisationsbefähigung des Menschen generell ablehne. Ganz im Gegenteil, ich bin immer wieder beeindruckt davon, was Menschen geleistet haben und leisten können – im positiven wie auch im negativen Sinne. Trotzdem finde ich es verkehrt zu sagen, der Mensch stehe in irgendeiner Weise über allen anderen Lebewesen, sei es wegen seiner Intelligenz, Vernunftbegabung oder seiner Emotionalität. Wer weiß denn schon, ob es eine andere Spezies nicht auch hätte schaffen können, sich so dominant auf der Erde auszubreiten und eine Art kulturelles Leben zu schaffen? Wenn es irgendetwas gibt, an das ich wirklich glaube, dann ist es die Macht des Zufalls über die Evolution. Wenn der Homo Sapiens nicht wegen einer Verkettung (un)glücklicher Zufälle so unheimlich gut an seine Umwelt angepasst gewesen wäre, würde die Welt jetzt vielleicht von Neandertalern regiert. Ob das besser oder schlechter für diesen wunderschönen Planeten wäre, müssen wir an dieser Stelle nicht beantworten.
Die Evolutionstheorie wird bekanntlich als eine der drei großen Kränkungen der Menschheit aufgefasst. Es stimmt mich immer wieder ein bisschen traurig, wenn ich darüber nachdenke, dass es für so viele Menschen zu Darwins Zeiten (und wahrscheinlich auch heute noch) tatsächlich so verletzend war, den Status „Krone der Schöpfung Gottes“ abgesprochen zu bekommen. Das hätte man doch wirklich etwas sportlicher nehmen können...
(Genau wegen meiner Verehrung für die Macht des Zufalls und ihrer kollossalen Partizipation an der Evolution bin ich auch der Überzeugung, dass es von Grund auf verkehrt ist, Tiere an sich oder von bzw. aus ihnen gewonnene Sachen zu konsumieren – Schon gar nicht, wenn man es damit rechtfertig, man sei den Tieren von Haus aus überlegen und dazu determiniert, sie zu eigenen Zwecken einzusperren und zu quälen. Genauso dumm finde ich, wenn wir schon bei dem Thema sind, auch die Behauptung, es läge in der Natur des Menschen, Fleisch zu essen. Welche der Dinge, die der rezente Homo Sapiens so tut, von seiner Fortpflanzung einmal abgesehen, liegen denn noch in seiner angeblichen Natur? Atomwaffen bauen etwa?)
Ich glaube übrigens nicht nur, dass die Spezies Mensch sich nicht allzu leichtfertig über Erdlinge anderer Artenzugehörigkeit stellen sollte. Auch auf intraspezifischer Ebene hat der Mensch noch einige Baustellen. Bekanntlich neigen so einige Exemplare dazu, andere Artgenossen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Nationalität, Hautfarbe, Religion und noch endlos vieler anderer Attribute zu diskriminieren. Eigentlich dachte ich, wir seien ethisch mittlerweile so weit, dass solche Verhaltensweisen allgemein geächtet wären, aber leider werde ich in dem Punkt Tag für Tag aufs neue enttäuscht. Daher habe ich die Hoffnung eigentlich schon längst aufgegeben, wünsche mir aber trotzdem, beispielsweise Frauen, Inder, Muslime oder muslimische Indische Frauen würden von ihrem Gegenüber nicht zuerst als Angehörige einer bestimmten Geschlechter-, Bevölkerungs- oder Religionsgruppe gesehen und dementsprechend abgestempelt, sondern schlicht und einfach als Mensch wahrgenommen. Natürlich weiß ich, dass die Aussage, alle Menschen seien gleich, ziemlich naiv und vereinfacht ist. Natürlich sind Menschen unterschiedlich veranlagt, geprägt und sozialisiert (und das ist auch gut so!). Trotzdem ist kein Mensch besser, schlechter oder sogar mehr oder weniger wert als ein anderer. Jeder Mensch verdient ein gewisses Maß an Respekt, egal ob er männlich, weiblich, Hermaphrodit, Jude, Hindu, König von Schweden oder Kassierer bei KIK ist. Immerhin vereint uns alle doch die Tatsache, dass wir, wie Platon befunden hat, „nichtgefiederte Zweibeiner“ sind.
Samstag, 14. Januar 2012
Wärmstens zu empfehlen:
die Handsome Furs. Diese Band wurde mir bei Last.fm mal zusammen mit ein paar Bands vorgeschlagen, die alle etwas mit Pelz im Namen hatten (Super Furry Animals... :) ). Die Band besteht aus Dan Boeckner (von Wolf Parade) und der Schriftstellerin Alexei Perry. Die beiden sind verheiratet, aber so cool, dass man so etwas altbackenes gar nicht vermuten würde. Auf jeden Fall nicht bei einer so coolen Performance wie hier:
Sonntag, 8. Januar 2012
Samstagnachtfieber
Symptome:
starkes Trinken
Schwerhörigkeit
(Darum muss auch die Musik lauter!)
Flaschen auf Beton zerschmeißen
(Kopfsteinpflaster geht auch)
komische Bewegungen zu komischer Musik
gesteigerte Chuzpe
(äußert sich im Versuch, die Discobeleuchtung zu manipulieren)
Dialektisches Argumentieren für "noch ein bisschen dableiben und tanzen"
Die Musik befiehlt es mir.
Mir ist schlecht. Können wir eine Sitzpause machen? Ich muss vielleicht kotzen.
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